Lieber einen Sperling in der Hand

House Sparrow against white background

Aufgeregt kam unsere Praktikantin Lara ins Büro. Ein kleiner Vogel liegt direkt vor der Eingangstür auf dem Rücken und bewegt sich nicht mehr. Eile war geboten. Was tun?

Spontan schnappe sich Lara ihre Jacke. Als ich dazu kam, hatte sie den kleinen Vogel (Leider habe ich kein Foto gemacht) aufgehoben und fürsorglich hielt sie ihn in ihrer Hand. Es sah aus, als hätte sich der kleine Sperling den Flügel gebrochen. Er war sehr weit zur Seite geknickt.

Ein Tierarzt um diese Zeit. Keine Chance. Laras Mutter wurde um Hilfe gefragt. Leider wusste sie auch nicht genau, was zu tun ist. Ich hatte leider auch nur 2 Erfahrungen: Eine davon nicht sehr erfolgreich. Aber bei der zweiten sind 3 Kohlmeisen in meinen Teich gefallen, erfolgreich gerettet, trocken gerubbelt und in den Benjamin auf der Terrasse gesetzt. Wir hatten Glück, dass die Mutter in der Nähe war und nach einer etwas längeren Pause konnte die Mutter mit ihren Kindern davon fliegen.

Liebevoll den Vogel weiter in der Hand haltend wurde erstmal gegoogelt. Wie bringen wir den Kleinen durch die Nacht? Lara wollte ihn mit nach Hause nehmen und ihm dort Futter suchen. Dann haben wir überlegt, ob wir ihn in den Garten setzen. Das erschien uns aber dann doch keine gute Idee. So jung war er auch nicht mehr, dass die Mutter vielleicht noch in der Nähe ist und das er zu ihr fliegen konnte glaubten wir nicht.

Was hatte Google noch für Vorschläge: Körner, Fliegen, Würmer und Rosinen. Ja, sie lesen richtig. Angeblich mögen diese kleinen Sperlinge Rosinen.

Verwundert schauten wir uns an. Rosinen?? Für diesen kleinen Sperling? Gemütlich und völlig tiefenentspannt lag der kleine Sperling immer noch in Laras Hand. Es hatte ihm, bis jetzt, da wohl ganz gut gefallen.

Auf einmal richtete er sich auf und flog wie ein Tornado von uns fort. Man waren wir erschrocken. Nach dem ersten Schreck haben wir beide nur noch gelacht.

Wir vermuten, dass er wahrscheinlich irgendwo gegen geflogen ist und etwas benommen war. Dann hat er sich erholt und aufgewärmt.  Bei dem Wort „Rosinen“ aber schnell das Weite gesucht.

Beruhigt und noch immer lachend gingen wir in den Feierabend.  Wir wünschen dem kleinen Sperling ein wundervolles Vogelleben.

Warum erzähle ich die Geschichte? Sie hat mich sehr berührt und  Lara hat das ganz toll gemacht.

Auf dem Weg nach Hause dachte ich: Genau das ist es. Wir im „Altenpflegezentrum Am Steinberg“ kümmern uns.  Immer und wir sind für füreinander da.

Passen sie gut auf sich auf.